Der SUNLU S2 ist für die meisten Nutzer die beste Wahl: günstig, zuverlässig und für PLA/PETG/ABS optimal. Wer Nylon und CF-Filamente trocknen will, greift zum Creality Hyper mit seiner höheren Maximaltemperatur.
Hält das Filament während des Drucks trocken. 360° Rundumheizung, LCD-Touchscreen, Timer bis 24h. Für PLA, PETG, ABS, Nylon und mehr.
Unsere Empfehlung auf einen Blick
Du willst keine lange Vergleichslektüre, kein Problem:
- Einsteiger mit PLA/PETG: SUNLU S2: günstig, zuverlässig, keine Kompromisse für Standardmaterialien
- Fortgeschritten mit Nylon/PA-CF: Creality Hyper: höhere Maximaltemperatur, Drucken während Trocknen möglich
- Budget-Notlösung: Backofen auf niedrigster Stufe: funktioniert, aber mit Einschränkungen (siehe FAQ)
Warum du einen Filamenttrockner brauchst
Feuchtes Filament ist der häufigste unerkannte Grund für schlechte Druckqualität. Besonders PETG, TPU und Nylon saugen Feuchtigkeit aus der Luft wie ein Schwamm.
Ein Filamenttrockner kostet 30–60€. Wer eins hat, fragt sich schnell, warum er so lange ohne gedruckt hat.
Die 3 wichtigsten Kaufkriterien
Maximale Temperatur: Unterschätzt von vielen Einsteigern. PLA trocknet gut bei 45–50°C, PETG bei 55–65°C — das schaffen die meisten Trockner. Problematisch wird es bei Nylon (70°C), PA-CF (80°C) und anderen technischen Materialien. Wer heute nur PLA druckt, aber in ein Jahr auf Nylon wechselt, bereut einen zu schwachen Trockner. Im Zweifel etwas mehr Maximaltemperatur kaufen.
Timer-Funktion: Ein automatisches Abschalten nach eingestellter Zeit verhindert, dass das Filament überhitzt oder der Trockner unnötig läuft. Besonders wichtig für PLA, das bei zu langer Hitzeeinwirkung spröde werden kann. Trockner ohne Timer sind ein Kompromiss, den man täglich bereut.
Drucken während Trocknen: Wer lange Drucke macht, profitiert enorm von Trocknern mit seitlichem Filamentauslass. Das Filament wird direkt aus dem laufenden Trockner in den Drucker geführt, kein erneutes Feuchtigkeitsaufnehmen zwischen Trocknen und Drucken. Nicht alle Modelle unterstützen das; wer es braucht, sollte es aktiv auf der Produktseite prüfen.
Vergleichstabelle: Top 5 Filamenttrockner 2026
| Modell | Max. Temp | Timer | Preis | |
|---|---|---|---|---|
| SUNLU S2 | 70°C | 24h | Ja* | ~30€ |
| Creality Hyper | 75°C | 48h | Ja | ~45€ |
| SUNLU S4 | 70°C | 24h | Ja | ~55€ |
| Polymaker PolyDryer | 70°C | 24h | Ja | ~60€ |
| Esun eBOX Lite | 55°C | 24h | Ja | ~35€ |
*SUNLU S2: Verfügt über eine obere Filamentöffnung; Direktdruck-Komfort etwas eingeschränkter als beim S4 oder Hyper, aber grundsätzlich möglich.
Unsere Empfehlungen nach Anwendungsfall
Für Einsteiger mit PLA/PETG: SUNLU S2
Der SUNLU S2 ist mein Standardtipp für den Einstieg. Er trocknet zuverlässig auf bis zu 70°C, hat einen 24-Stunden-Timer und kostet um die 30€. Für PLA, PETG und ABS ist das mehr als ausreichend.
Eine Filamentdurchführung hat der S2; er ist damit auch für das Drucken direkt aus dem Trockner nutzbar, wenn auch weniger komfortabel als der S4 oder Hyper mit ihrer seitlichen Ausführung.
Für wen: Einsteiger, Gelegenheitsdrucker, alle die hauptsächlich PLA drucken. Wer keine technischen Materialien verarbeitet, braucht nicht mehr als den S2. Preis-Leistung ist kaum zu übertreffen.
Für Fortgeschrittene mit Nylon/PA-CF: Creality Hyper
Der Creality Hyper kostet etwas mehr (~45€), bietet dafür aber zwei entscheidende Vorteile: eine Maximaltemperatur von 75°C und die Möglichkeit, Filament direkt während des Druckens aus dem Trockner zu führen. Der 48-Stunden-Timer erlaubt auch mehrtägige Trocknungszyklen für hartnäckig feuchtes Nylon.
In der Praxis macht der Direktdruck-Modus einen spürbaren Unterschied bei Nylon und PA-CF: Das Filament kommt trocken aus dem Trockner und geht direkt in die Düse, ohne Kontakt mit der Raumluft. Gerade in feuchten Umgebungen oder im Sommer ist das der Unterschied zwischen gutem Druck und knisternden, blasenwerfenden Oberflächen.
Für wen: Wer regelmäßig Nylon, PA-CF, TPU oder andere feuchtigkeitssensible Materialien druckt. Auch sinnvoll für alle, die lange Drucke (8+ Stunden) mit PETG oder PETG-CF machen und keinen Unterbruch beim Trocknen wollen.
Filamenttrockner richtig benutzen
Einen Trockner kaufen ist der erste Schritt, ihn richtig benutzen der zweite:
- Richtige Temperatur je Material: Nicht jedes Filament braucht maximale Hitze. PLA bei 45°C, PETG bei 55–60°C, Nylon bei 70–80°C. Zu heiß trocknen kann Filament verspröden oder den Spulenkern verformen.
- Trockner während des Trocknens nicht öffnen: Jedes Öffnen lässt feuchte Luft herein und setzt den Trocknungsfortschritt teilweise zurück. Einmal starten und laufen lassen.
- Direkt vom Trockner in den Drucker drucken wenn möglich: Wenn dein Trockner einen Filamentauslass hat, nutze ihn. Das ist die effektivste Art, feuchtigkeitssensibles Filament zu verarbeiten.
- Vakuumbeutel für Langzeitlagerung nutzen: Nach dem Trocknen Spulen direkt in Vakuumbeutel mit frischem Silikagel. So bleibt die Spule wochenlang nutzbar ohne erneutes Trocknen.
- Filter gelegentlich reinigen: Manche Trockner haben einen Luftfilter oder Lüftungsöffnungen, die sich mit Filamentstaub zusetzen. Ein kurzes Ausblasen alle paar Monate hält die Heizleistung konstant.
Fazit: Welchen Filamenttrockner kaufen?
Für die meisten Einsteiger und Gelegenheitsdrucker mit PLA und PETG ist der SUNLU S2 die richtige Wahl — er kostet wenig, macht seinen Job zuverlässig und ist sofort einsatzbereit. Wer den nächsten Schritt macht und mit Nylon, PA-CF, ABS oder TPU druckt, sollte direkt in den Creality Hyper investieren. Die höhere Maximaltemperatur und der Direktdruck-Modus rechtfertigen den Aufpreis von ~15€ deutlich.
Einen teuren Trockner über 80€ braucht man als Hobbyist kaum. Die günstigeren Modelle decken alle realistischen Anwendungsfälle ab. Der Unterschied liegt im Detail der Temperaturkonstanz und im Komfort, nicht in der grundsätzlichen Trocknungsleistung.